Kolonialkriegerdenkmal am Frankenplatz

Was verbindet Düsseldorf mit Kamerun?

Das Denkmal war ursprünglich den Angehörigen des Niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39 gewidmet, die 1905 in Deutsch-Südwestafrika gefallen waren. 1935 wurde das Denkmal der Stadt Düsseldorf übergeben und sollte fortan an alle deutschen Gefallenen in kolonialen Kriegen – also auch in Kamerun – erinnern.


Das Kolonialkriegerdenkmal, das heute am Frankenplatz steht, ehrte ursprünglich vier Düsseldorfer, die im Herero-Nama-Krieg 1904-1908 gefallen waren. 50 Soldaten des niederrheinischen Füsilier-Regiments Nr. 39 zogen auf eigenes Gesuch hin in den Krieg in der deutschen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“, der heute als Völkermord anerkannt wird. Das Regiment errichtete 1909 den Düsseldorfer Soldaten das Denkmal auf dem Exerzierplatz ihrer Kaserne an der Tannenstraße.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als Deutschland formal keine Kolonien mehr hatte, erstarkte die deutsche Kolonialbewegung auch in Düsseldorf. Die Kolonialbewegung und der Bürgerverein Zoo forderten, dass das Kolonialkriegerdenkmal an einen öffentlich sichtbaren Ort versetzt würde. In den 1930er Jahren machte sich das nationalsozialistische Regime den Kolonialrevisionismus zu eigen. Die Kameradschaft der ehemaligen 39er übergab das Denkmal 1935 der Stadt Düsseldorf und versetzte es in den öffentlichen Raum, an seinen heutigen Standort auf dem Frankenplatz. Die Stadt widmete das Denkmal in ein „Allgemeines Kolonial-Ehrenmal“ um. Seitdem ehrt das Denkmal auch jene deutschen Soldaten, die in Kolonialkriegen in Kamerun starben. In Kamerun wurde durch Kriege etwa das Land enteignet, auf dem das ca. 100 000 ha große Plantagengebiet am Kamerunberg errichtet wurde. Einer der Initiatoren der Großplantagenwirtschaft in Kamerun war der Düsseldorfer Eugen Zintgraff.

Er gründete 1897 die Westafrikanischen Pflanzungsgesellschaft Victoria (WAPV), eines der größten deutschen Plantagenunternehmen. Im Rheinland fand er dafür Investoren. Auch der ehemalige deutsche Gouverneur Julius von Soden investierte.

Die Einweihung des Kolonialkriegerdenkmals am neuen Standort 1935 fand während der in Düsseldorf stattfindenden Kolonialkriegertagung statt. Ritter von Epp, Leiter des Kolonialpolitischen Amtes in Berlin, hielt die Einweihungsrede in Anwesenheit lokaler Honoratioren der NSDAP, SA, SS und HJ sowie Vertretern von Krieger- und Veteranenverbänden. Zudem war eine Gruppe von Askari – afrikanische Soldaten der deutschen Kolonialtruppen – anwesend. Für den Düsseldorfer Josef Mambingo ist belegt, dass er 1938 in Bremen bei der Kolonialtagung als Askari auftrat. Ob er 1935 in Düsseldorf auch unter den Askari war, ist bisher nicht nachgewiesen.

2004 wurde auf Initiative der Evangelischen Kirche im Rheinland am Frankenplatz eine Tafel angebracht, die den Menschen Namibias gedenkt, „die während des Kolonialkrieges 1904-1908 in ‚Deutsch-Südwestafrika’ dem Völkermord durch deutsche Truppen zum Opfer gefallen sind“ und die Rolle der Mission in jener Zeit reflektiert.

Caroline Authaler

Kolonialkriegertag in Duesseldorf (PDF)
La naissance du Cameroun (PDF)

Das "Kolonialkriegerdenkmal" in Düsseldorf. Interview, Gemeindehaus Urdenbach, Düsseldorf, 02.06.2016