Mambingo – Ein Kameruner in Düsseldorf

Was verbindet Düsseldorf mit Kamerun?

Josef Mambingo (1890-1952) wurde in Duala, Kamerun, geboren und kam vor dem Ersten Weltkrieg nach Düsseldorf. Er wohnte gut vierzig Jahre mit Frau und Kindern in Düsseldorf und erlebte hier zwei Weltkriege und den Nationalsozialismus.


Josef Mambingo (1890-1952) hatte in Kamerun als Soldat in der deutschen Kolonialarmee gearbeitet und reiste 1913 als persönlicher Assistent des Hauptmanns Lange nach Deutschland. Er gehörte wahrscheinlich zu der kleinen aber stetig wachsenden Gruppe junger Männer aus den Kolonien, die solche Dienstreisen nutzten, um internationale Erfahrung zu sammeln. Somit verfolgte er ein ähnliches Ziel wie der gebürtige Düsseldorfer Eugen Zintgraff, der als erster Europäer, ebenfalls in jungen Jahren, ins kamerunische Grasland reiste. Durch den einsetzenden Ersten Weltkrieg konnte Josef Mambingo nicht nach Kamerun zurückkehren und wurde vom Militär eingezogen. Er arbeitete als Wächter und in der Munitionsproduktion in Hannover.

1922 heiratete Josef Mambingo die Düsseldorferin Bertha Elisabeth Bolz. Mit ihren vier Kindern Walter, Sigmund, Margareta und Elisabeth wohnten die beiden in den 1930er Jahren in der Reusrather Straße 12 in Wersten. Der gelernte Zimmermann Mambingo arbeitete als Artist. Die Familie geriet in finanzielle Probleme, als Mambingo 1933 arbeitslos wurde.
Im November 1935 setzten sich der Zoodirektor und der Oberbürgermeister für ihn ein, um ihn im städtischen Zoo zu beschäftigen – „aus kolonialpolitischen Gründen“.

Der Zoo plante Mitte der 1930er Jahre einen neuen Kamerun-Schwerpunkt, der im Rahmen der NS-Ausstellung „Schaffendes Volk“ realisiert wurde. Mambingo nahm 1938 an der Kolonialtagung in Bremen als „Askari“ teil, hierfür gewährte ihm der Düsseldorfer Zoo bezahlten Urlaub. Zweimal, in den Jahren 1939 und 1940, erhielt Mambingo eine Lohnerhöhung. Als der Zoo im Krieg zerstört wurde und damit Mambingos Arbeitsplatz wegfiel, organisierte ihm die Stadt Düsseldorf eine andere Arbeitsstelle. Im Unterschied zu dieser Sonderbehandlung Josef Mambingos durch kolonialpolitisch interessierte städtische Beamte wurden die Kinder der Familie Mambingo rassenpolitisch registriert. Ob sie Opfer von Sterilisierungen wurden, ist bisher nicht bekannt.

Neben Mambingo lebten in Düsseldorf vor 1945 weitere Afrikaner/innen – einige auch aus Kamerun. Die Kameruner/innen bildeten Netzwerke: Mambingo unterhielt Kontakte zu Max Bisam aus Wesel.

Heute leben in Düsseldorf viele Kameruner/innen; einige studieren an der Heinrich-Heine-Universität.

Caroline Authaler

Lohnerhöhung 1939 (PDF)
Treuegelöbnis zum NS–Staat (PDF)
Black Germany (PDF)

Kamerunische Präsenz in Deutschland heute. Interview, Comenius Gymnasium, Düsseldorf, 23.06.2016